Was einen Gründerzeitbau vom Neubau unterscheidet
Ein Gründerzeitbau hat Räume, die höher sind als der Kleiderschrank, der darin steht. Das klingt nach Vorteil und ist im Zimmer auch einer. Auf der Treppe kehrt sich das um. Wer einen 2,40 Meter hohen Schrank aus einem 3,20 Meter hohen Raum trägt, kann ihn im Zimmer bequem kippen, im Treppenhaus aber nicht. Dort ist über der Wendung oft nur Kopfhöhe frei. Deshalb wird im Altbau häufiger zerlegt als im Neubau, und deshalb steht bei uns die Möbelmontage mit 28 Euro je Stunde offen auf dem Angebot statt versteckt im Grundpreis.
Dazu kommen die Türen. Doppelflügelige Zimmertüren sind breit, aber nur, wenn beide Flügel offen stehen. Der zweite Flügel ist oft seit Jahren mit einem Kantriegel festgestellt und lässt sich in drei Minuten lösen, wenn man weiß wo. Steht er fest, bleibt eine Durchgangsbreite von etwa 60 bis 70 Zentimetern, und daran scheitert jede Couch. Unser Team prüft das als Erstes, noch bevor der erste Karton den Raum verlässt.
Die dritte Eigenheit ist der Boden. Gehobelte Dielen und Fischgratparkett sind weich und nehmen jede Ecke übel. Wir legen Laufbahnen aus, bevor wir tragen. Möbeldecken kosten 2,20 Euro je Woche und Stück, Packpapier zehn Kilogramm 13 Euro. Das ist der günstigste Posten des ganzen Umzugs, gemessen an dem, was eine geschliffene Diele kostet.
Und schließlich die Treppe selbst. Viele Altbautreppen sind gewendelt, laufen also ohne Podest um einen engen Kern. Die nutzbare Trittfläche liegt außen. Ein Sofa muss dort hochkant und in der Kurve zusätzlich gedreht werden. Das geht, kostet aber Zeit, und Zeit gibt es am Monatsletzten am wenigsten.
Sechs Maße, die im Altbau den Preis entscheiden
Wir schätzen im Altbau ungern. Zu oft weicht der Bau von der Annahme ab, und zwar in beide Richtungen: Manche Häuser haben ein überraschend großzügiges Treppenauge, andere eine Kehre, durch die nicht einmal eine Matratze am Stück passt. Sechs Maße genügen uns, um daraus ein festes Angebot zu machen.
Alle sechs lassen sich mit einem Zollstock und zehn Minuten Zeit selbst erheben. Wer sie mitschickt, bekommt eine Zahl. Wer sie nicht hat, bekommt eine Zahl mit Vorbehalt, und der Vorbehalt fällt immer zu Ihren Lasten aus.
Sechs Maße für das feste Angebot
- Deckenhöhe im größten Zimmer, gemessen bis zur Stuckkante.
- Lichte Breite der Wohnungstür bei geöffnetem zweiten Flügel.
- Engste Stelle der Treppe zwischen Handlauf und Wand.
- Durchmesser des Treppenauges, also des Schachts in der Mitte.
- Höhe, Breite und Tiefe des größten Schranks.
- Anzahl der Stufen bis zur Wohnung, Halbstock mitgezählt.
Vier Zimmer im Altbau: zwei Termine, 210 Euro Unterschied
Eine Vierzimmerwohnung mit rund 52 Kubikmetern, zweiter Stock im Gründerzeitbau, gewendelte Treppe, zwei Kleiderschränke zum Zerlegen. Der Auszug soll zum Monatswechsel stattfinden, gewünscht ist Samstag, der 2. Gerechnet wird so: 1.029 Euro Grundpreis, 120 Euro für den Samstag, 90 Euro für die ersten drei Tage des Monats. Macht 1.239 Euro.
Dieselbe Wohnung am Dienstag, dem 14.: 1.029 Euro. Das sind 210 Euro weniger für exakt dieselbe Arbeit. Und der Dienstag bringt mehr als Geld. Am 2. eines Monats stehen im Hof zwei fremde Transporter, im Treppenhaus wartet eine Familie auf den Schlüssel, und die Kehre im ersten Stock ist mit einem Sofa blockiert, das dem Nachbarn gehört. Im Altbau, wo ohnehin jedes große Stück einmal gedreht werden muss, ist ein belegtes Treppenhaus der teuerste Umstand überhaupt. Am 14. gehört der Aufgang Ihnen.
Wer den Monatswechsel nicht umgehen kann, hat noch einen zweiten Hebel: die Uhrzeit. Ein Beginn nach 16 Uhr kostet 45 Euro zusätzlich und ist im Altbau selten klug, weil das Tageslicht im Treppenhaus fehlt und die meisten Aufgänge nur schwache Zeitschalter haben. Freitag, der 29., mit Beginn um 16.30 Uhr käme auf 1.029 plus 90 plus 60 plus 45, also 1.224 Euro. Der früh begonnene Dienstag ist um 195 Euro günstiger und um mehrere Stunden Licht besser.
Rechnen Sie das Zerlegen gleich mit ein. Zwei große Schränke aus- und wieder einbauen dauert erfahrungsgemäß drei bis vier Stunden und kostet bei 28 Euro je Stunde 84 bis 112 Euro. Das ist der Preis dafür, dass der Schrank die Kehre überhaupt passiert, und er fällt am 14. genauso an wie am 2. Nur der Rest des Tages läuft ruhiger.